Hilti wächst 2026 – Europa bleibt deutlich hinter anderen Regionen

Generische Elektrowerkzeuge und Messtechnik auf einer modernen Baustelle
KI-generierte Illustration

Hilti hat für die ersten acht Monate 2026 ein Umsatzplus von 5,9 Prozent in Lokalwährungen gemeldet. In Schweizer Franken stieg der Umsatz um 1,9 Prozent auf 4,244 Milliarden Franken. Hinter dem Gesamtwert stehen deutliche regionale Unterschiede: Während Amerika, Asien/Pazifik sowie Mittlerer Osten/Afrika kräftig zulegten, blieb Europa nahezu auf Vorjahresniveau.

Transparenz: Diese Meldung basiert ausschließlich auf den offiziellen Hilti-Zwischenergebnissen für 2026 und 2025. Wir ordnen die veröffentlichten Unternehmenszahlen redaktionell ein. Es handelt sich weder um eine Anlageempfehlung noch um einen Produkttest; Aussagen zu Preisen oder einzelnen Werkzeugen lassen sich daraus nicht ableiten. Unsere Arbeitsweise erklären wir in der Methodik.

Was gesichert ist

Die Hilti Gruppe erzielte von Jänner bis August 2026 einen Nettoumsatz von 4,244 Milliarden Schweizer Franken. Das entspricht einem Plus von 1,9 Prozent gegenüber den 4,163 Milliarden Franken des Vorjahreszeitraums. In Lokalwährungen – also ohne die direkte Verzerrung durch Wechselkurse – nennt Hilti ein Wachstum von 5,9 Prozent.

Das Betriebsergebnis stieg nach Unternehmensangaben um 16,9 Prozent von 456 auf 533 Millionen Franken. Der Reingewinn erhöhte sich um 25,5 Prozent auf 389 Millionen Franken. Gleichzeitig sank der freie Cashflow ohne Akquisitionen von 255 auf 223 Millionen Franken. Auch die Ausgaben für Forschung und Entwicklung gingen im ausgewiesenen Zeitraum von 297 auf 280 Millionen Franken zurück. Die Zahl der Mitarbeitenden lag Ende August mit 34.195 Personen um 0,7 Prozent unter dem Vorjahreswert.

Regional zeigt sich kein einheitliches Bild. Amerika wuchs in Lokalwährungen um 12,2 Prozent, Asien/Pazifik um 10,8 Prozent und Mittlerer Osten/Afrika um 16,9 Prozent. In Europa erreichte Hilti dagegen lediglich 0,5 Prozent Wachstum in Lokalwährungen; in Schweizer Franken lag der europäische Umsatz mit 2,173 Milliarden Franken sogar 1,3 Prozent unter dem Vorjahr.

Als wesentliche Nachfragefelder nennt der Konzern hohe Investitionen in Energie- und Rechenzentrumsprojekte. Den traditionellen Bausektor beschreibt Hilti weiterhin als schwach. Für das gesamte Jahr 2026 erwartet das Unternehmen nun ein Umsatzwachstum im mittleren einstelligen Bereich in Lokalwährungen.

Der Vergleich mit 2025

Der Blick auf den Vorjahreszeitraum macht die Veränderung deutlicher. Für Jänner bis August 2025 hatte Hilti nur 1,4 Prozent Wachstum in Lokalwährungen gemeldet. In Schweizer Franken war der Umsatz damals wegen negativer Währungseffekte um 2,4 Prozent zurückgegangen. Europa verzeichnete 2025 in Lokalwährungen noch ein Minus von 2,1 Prozent, Asien/Pazifik ein Minus von 2,3 Prozent.

2026 haben sich damit vor allem Asien/Pazifik und die Gesamtdynamik klar verbessert. Europa ist aus dem Rückgang in Lokalwährungen knapp ins Plus gedreht, bleibt aber erheblich schwächer als die anderen Regionen. Auch beim Ergebnis zeigt sich eine Erholung: 2025 waren Betriebsergebnis und Reingewinn in den ersten acht Monaten noch gesunken.

Unsere Einordnung

Für den Werkzeug- und Bautechnikmarkt ist weniger der Gesamtumsatz allein interessant als seine Zusammensetzung. Die Zahlen deuten darauf hin, dass große Infrastruktur-, Energie- und Rechenzentrumsprojekte derzeit mehr Dynamik bringen als der klassische europäische Bausektor. Das passt zu einem Markt, in dem professionelle Anbieter nicht nur Elektrowerkzeuge verkaufen, sondern auch Messtechnik, Software, Flottenmanagement und Lösungen für spezialisierte Großprojekte anbieten.

Aus den Unternehmenszahlen lässt sich jedoch nicht schließen, dass Werkzeuge für österreichische Kunden automatisch günstiger, besser verfügbar oder technisch verändert werden. Ebenso wenig beweist ein höheres Ergebnis eine steigende Nachfrage in jeder Produktgruppe. Hilti veröffentlicht in diesem Zwischenbericht keine Aufschlüsselung nach einzelnen Werkzeugkategorien, Ländern oder Vertriebskanälen.

Der Rückgang bei Forschung und Entwicklung um 5,7 Prozent ist ebenfalls nur eine Momentaufnahme für acht Monate. Ohne nähere Erläuterung lässt sich daraus weder ein dauerhafter Sparkurs noch eine konkrete Auswirkung auf künftige Produkte ableiten. Dasselbe gilt für den niedrigeren freien Cashflow: Er steht dem deutlich höheren Betriebs- und Reingewinn gegenüber und sollte nicht isoliert bewertet werden.

Was das für dich heißt

Wenn du Hilti als Anwender, Betrieb oder Einkäufer beobachtest, ist der Zwischenbericht vor allem ein Signal für die wirtschaftliche Stabilität des Anbieters und für die Bedeutung großer professioneller Projekte. Für eine konkrete Kaufentscheidung bleiben andere Punkte wichtiger: Geräteleistung, Systemkompatibilität, Serviceumfang, Reparaturweg, laufende Kosten und die Verfügbarkeit in Österreich.

Bei einem Angebotsvergleich solltest du daher keine Unternehmenskennzahl mit einem Produktvorteil verwechseln. Prüfe stattdessen das konkrete Werkzeug oder System, den österreichischen Lieferumfang und die für deinen Betrieb relevanten Servicebedingungen. Der Zwischenbericht liefert Marktkontext – aber keine Abkürzung für den technischen Vergleich.

Alle aktuellen Kennzahlen stammen aus der offiziellen Hilti-Medienmitteilung vom 24. September 2026. Für den Jahresvergleich haben wir zusätzlich das offizielle Zwischenergebnis vom 25. September 2025 herangezogen. Ein Affiliate-Link ist in dieser Meldung bewusst nicht enthalten.

Primärquelle: Hilti Group – Zwischenergebnis Jänner bis August 2026 · 24. September 2026

Zweitquelle: Hilti Group – Zwischenergebnis Jänner bis August 2025 · 25. September 2025

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