STIHL FKA 160: Ferngesteuerter Akku-Fällkeil mit 18 Tonnen Hubkraft

Forstfachkraft in Schutzausrüstung in der Rückweiche vor einem vorbereiteten Baum
KI-generierte Illustration

STIHL hat mit dem FKA 160 einen ferngesteuerten Akku-Fällkeil für professionelle Forstarbeiten vorgestellt. Laut Hersteller entwickelt das Gerät bis zu 18 Tonnen Hubkraft und lässt sich aus bis zu 50 Metern Entfernung bedienen. Die Distanz ist ein interessanter Sicherheitsgewinn – ersetzt aber weder Baumbeurteilung noch Rückweiche und fachgerechte Fälltechnik.

Transparenz: Diese Meldung basiert auf der offiziellen STIHL-Presseinformation vom 15. Oktober 2026, der offiziellen Akku-Produktseite und den österreichischen Arbeitsschutzinformationen der AUVA. Wir haben den FKA 160 nicht selbst getestet oder vermessen und erhalten für diese Meldung keine Vergütung. Ein Affiliate-Link ist bewusst nicht enthalten. Herstellerangaben und unsere Einordnung werden getrennt; unsere Arbeitsweise erklären wir in der Methodik.

Was STIHL angekündigt hat

Der FKA 160 ist laut STIHL der erste ferngesteuerte Akku-Fällkeil im eigenen Portfolio. Gedacht ist er für Forstprofis und Baumpflegedienste, die mittelgroße Bäume mit einem Brusthöhendurchmesser von bis zu 50 Zentimetern fällen. Der Brusthöhendurchmesser – kurz BHD – wird üblicherweise in rund 1,3 Metern Höhe am Stamm gemessen.

Das Gerät wird nach dem vorbereiteten Fällschnitt am Stamm angesetzt. Danach kann sich die Bedienperson in die vorgesehene Rückweiche begeben und den Hubvorgang mit der Fernbedienung starten. STIHL nennt eine Funkreichweite von bis zu 50 Metern. Diese Reichweite ist eine technische Herstellerangabe und darf nicht mit einer pauschal sicheren Entfernung verwechselt werden: Der geeignete Rückweichplatz hängt weiterhin von Baum, Gelände, Fällrichtung und möglichen Gefahren im Kronenraum ab.

18 Tonnen Hubkraft und 55 Millimeter Hubhöhe

STIHL gibt für den FKA 160 eine maximale Hubkraft von 18 Tonnen und eine Hubhöhe von 55 Millimetern an. Ein integriertes Schmiersystem soll die Hubkraft über den Einsatz hinweg konstant halten. Das Fettlager sei für ungefähr 150 Baumfällungen ausgelegt und könne danach nachgefüllt werden. Das sind Herstellerwerte; unabhängige Messungen zu Hubkraft, Funkreichweite oder Zahl der möglichen Einsätze liegen uns nicht vor.

Inklusive empfohlenem Akku AP 100.0 P und Fernbedienung soll das System 5,9 Kilogramm wiegen. STIHL spricht mit einer Akkuladung von Energie für bis zu 19 Fällungen. Auch dieser Wert ist unter Praxisbedingungen von Baum, Temperatur, Arbeitsablauf und benötigtem Hub abhängig. Die offizielle Produktseite nennt für den AP 100.0 P eine Nennspannung von 36 Volt, 111 Wattstunden Energieinhalt und 0,9 Kilogramm Akkugewicht.

Warum die Fernbedienung nur ein Teil der Sicherheit ist

Der Nutzen eines ferngesteuerten Fällkeils liegt auf der Hand: Die letzte Phase der Fällung kann ausgelöst werden, nachdem die Bedienperson den unmittelbaren Bereich am Stamm verlassen hat. Trotzdem bleibt Baumfällen eine gefährliche Facharbeit. Der Keil entscheidet weder über die richtige Fällrichtung noch erkennt er Totholz, Stammfäule, Rückhänger oder einen ungeeigneten Fluchtweg.

Die österreichische AUVA empfiehlt, Rückweiche und Fluchtweg vor Beginn festzulegen und freizuräumen. Wenn der Baum fällt, sollen mindestens fünf bis sechs Meter in die Rückweiche zurückgelegt werden; bei sehr großen Bäumen oder Laubbäumen nennt die Broschüre mindestens neun Meter. Die Funkreichweite eines Geräts ändert diese Mindestlogik nicht. Sie schafft Spielraum, aber die konkrete Position muss fachlich beurteilt werden.

Zur sicheren Vorbereitung gehören außerdem geeignete persönliche Schutzausrüstung, ein kontrollierter Gefahrenbereich und eine freie Rückweiche ohne Stolperstellen. Wie ernst solche Details sind, zeigt auch unser Beitrag zum Rückruf bestimmter Schnittschutzhosen: Schutzwirkung darf weder vorausgesetzt noch durch ein einzelnes technisches Hilfsmittel ersetzt werden.

Für wen der FKA 160 gedacht ist

Das Gerät richtet sich klar an professionelle Anwender. Wer Bäume nur gelegentlich auf einem Privatgrundstück fällt, sollte die Produktankündigung nicht als Einladung verstehen, komplexe Fällarbeiten selbst zu übernehmen. Ausbildung, Erfahrung, Baumbeurteilung und passende Rettungs- beziehungsweise Kommunikationsabläufe bleiben wichtiger als die Anschaffung eines neuen Geräts.

Für Forstbetriebe kann interessant sein, dass der empfohlene AP 100.0 P Teil des neuen ALLPRO-/AP-Systems ist. Bestehende Akkus und Ladegeräte müssen trotzdem im konkreten Betrieb auf Kompatibilität, Zustand und Einsatztemperatur geprüft werden. Allgemeine Hinweise zur Lagerung findest du in unserem Ratgeber Werkzeugakkus im Herbst und Winter richtig lagern.

Vor einer Beschaffung sollte außerdem geklärt werden, wer das Gerät einsetzen darf, wie die Bedienung unterwiesen wird und welche Fällverfahren der Betrieb bereits verbindlich vorgibt. Ein neuer Fällkeil ist kein isoliertes Zubehörteil: Er greift in einen Arbeitsablauf ein, der vom Absperren des Gefahrenbereichs über Fällschnitt und Stützband bis zur Kommunikation im Team reicht. Sinnvoll ist daher eine dokumentierte Praxiseinweisung durch qualifizierte Fachleute. Erst wenn Gerät, Schnitttechnik und Rückweichkonzept zusammenpassen, lässt sich der mögliche Sicherheits- und Zeitgewinn seriös beurteilen.

Preis und Verfügbarkeit sind noch offen

Die Presseinformation nennt weder einen österreichischen Listenpreis noch einen konkreten Verkaufsstart. Deshalb verzichten wir auf Preisangaben und Kaufempfehlungen. Vor einer Beschaffung sollten Betriebe neben dem Gerätepreis auch Akku, Ladegerät, Wartung, Schulung, Ersatzteilversorgung und die Einbindung in bestehende Arbeitsverfahren berücksichtigen.

Ebenso offen ist, wie sich der FKA 160 im direkten Vergleich mit bestehenden mechanischen, hydraulischen oder anderen funkgesteuerten Fällhilfen schlägt. Dazu wären unabhängige Praxismessungen unter definierten Bedingungen nötig. Die Herstellerdaten sind für eine erste Einordnung brauchbar, aber kein Produkttest.

Unsere Einordnung

Der interessante Punkt ist weniger die reine Hubkraft als die Kombination aus Akkuantrieb, Fernbedienung und einem relativ kompakten Systemgewicht. Wenn das Gerät fachgerecht eingesetzt wird, kann es helfen, die Bedienperson vor dem eigentlichen Fallvorgang vom Stamm wegzubringen. Genau dort liegt der nachvollziehbare Sicherheitsnutzen.

Gleichzeitig darf die Technik keine falsche Sicherheit erzeugen. Rückweiche, Baumbeurteilung und Ausbildung bleiben die Grundlage. Für österreichische Betriebe ist daher nicht nur das Datenblatt relevant, sondern auch, wie der Fällkeil in bestehende Arbeitsanweisungen, Unterweisungen und Gefährdungsbeurteilungen integriert wird.

Geprüfte Quellen

Produktdaten, Zielgruppe, Hubkraft, Hubhöhe, Funkreichweite, Gewicht und die vom Hersteller genannte Zahl möglicher Fällungen stammen aus der offiziellen STIHL-Presseinformation vom 15. Oktober 2026. Die Daten zum empfohlenen Akku wurden am 21. Oktober 2026 auf der offiziellen STIHL-Produktseite zum AP 100.0 P geprüft. Die Hinweise zu Rückweiche und sicherem Arbeitsablauf stammen aus der österreichischen AUVA-Publikation „Sicheres Arbeiten: Fällen von Bäumen“.

Primärquelle: STIHL – Baumfällen aus Entfernung · 15. Oktober 2026

Zweitquelle: AUVA – Sicheres Arbeiten: Fällen von Bäumen · 4. September 2023

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